
SARAH KOOS · AUTORIN
Geschichten,
die bleiben.
Mich interessieren die Augenblicke, die ein Leben teilen. Das Ungesagte zwischen Menschen. Erinnerungen, die weiterwirken, obwohl niemand mehr über sie spricht.
Und Geschichten, die noch da sind, wenn man längst aufgehört hat zu lesen.
Zu den BüchernSCHREIBEN
Mit Worten
Bilder malen.
Schreiben beginnt für mich mit einem Gedanken, der bleibt.
Manchmal ist es ein Bild, manchmal ein Satz, manchmal nur eine Ahnung. Ich folge ihr so lange, bis daraus eine Szene wird, eine Figur, eine Geschichte.

AUS DEM ROMAN · DER MASURISCHE ZANDER
„Manche Menschen haben kein Zuhause in der Welt, aber sie werden selbst eins für andere.“
„Die Keramiktasse in ihrer Hand war gesprungen, aber sie benutzte sie weiter, vielleicht, weil sie wusste, dass man auch mit Rissen Wärme halten konnte.“
„Er fragte sich manchmal, ob ein Leben erst beginnt, wenn man seinen Ursprung kennt, oder ob man auch ohne Wurzeln wachsen kann.“
„Seine Kindheit war für ihn kein Haus mit Zimmern. Eher ein Nebel. Ein Streiflicht. Ein schwarzer Wald, aus dem man plötzlich gefallen war – in ein anderes Leben.“
„Es war keine Liebe. Aber auch keine Lüge. Es waren nur zwei Körper, die leben wollten, obwohl in ihnen längst alles gestorben war.“
„Ein Kind, das flieht, trägt mehr Vergangenheit in sich als viele Erwachsene, die stehen bleiben.“
„Wenn wir Verlagerung sagen, stirbt niemand. Aber wenn wir Deportation sagen, hört man die Waggons.“
„Sie weinte nicht. Sie atmete nur anders – als müsse sie den Platz in sich neu verhandeln für etwas, das nicht sterben durfte.“
„Und wenn dir eines Tages jemand begegnet, der dich so sieht, wie ich dich sehen durfte – dann bleib.“
„Die Vergangenheit darf nicht stören, wenn die Zukunft geordnet werden soll.“